hairport Lounge

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Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt, Terminal 1, Melli-Beese-Ring 1, 12529 Schönefeld, Deutschland
Friseursalon
8 (38 Bewertungen)

Am Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) gab es einst ein besonderes Serviceangebot für Reisende: die hairport Lounge. Dieser Friseursalon, strategisch im Terminal 1 platziert, bot die verlockende Möglichkeit, die Wartezeit vor einem Flug für einen neuen Haarschnitt oder ein frisches Styling zu nutzen. Heute jedoch finden Besucher an seiner Stelle nur noch Leere vor, denn der Betrieb wurde dauerhaft eingestellt. Ein Rückblick auf das Konzept, die von Kunden geschätzten Stärken und die offensichtlichen Schwächen zeichnet das Bild eines Unternehmens mit großem Potenzial, das jedoch an entscheidenden unternehmerischen Hürden scheiterte.

Das Konzept: Ein Hauch von Luxus vor dem Abflug

Die Idee hinter der hairport Lounge war sowohl einfach als auch genial. In der oft hektischen Atmosphäre eines Flughafens einen Ort der Ruhe und der persönlichen Pflege zu schaffen, war ein vielversprechender Ansatz. Der Salon war laut Berichten von Kunden, die ihn kurz nach der Eröffnung besuchten, hell, modern und schick eingerichtet. Er versprach eine kleine Flucht aus dem Trubel der Gates und Sicherheitskontrollen. Hier konnten sowohl Geschäftsreisende als auch Urlauber einen Moment für sich genießen, sei es als Damenfriseur für eine elegante Föhnfrisur oder als Herrenfriseur für eine saubere Kontur vor dem nächsten Meeting. Das Angebot sprach all jene an, die entweder unerwartet Zeit hatten oder ihren Aufenthalt am BER effizient gestalten wollten.

Herausragender Service und hohe Fachkompetenz

Wenn man die hinterlassenen Kundenbewertungen analysiert, kristallisiert sich ein Punkt als die größte Stärke der hairport Lounge heraus: die Qualität des Personals. Insbesondere eine Mitarbeiterin namens Steffi wird mehrfach namentlich erwähnt und für ihre hervorragende Arbeit und freundliche Art gelobt. Kunden beschrieben das gesamte Team als überaus kompetent, angenehm im Umgang und fähig, exzellente Beratungen durchzuführen. Diese positive Resonanz erstreckte sich auch auf die verwendeten Produkte. Die Nutzung von Premium-Marken wie Kérastase und Alessandro unterstrich den Qualitätsanspruch des Salons. Ein Kunde mit lockigem Haar hob beispielsweise hervor, wie zufrieden er mit den empfohlenen Haarpflege-Produkten war, die sein Haar gesünder und leichter kämmbar machten. Diese hohe Servicequalität und Fachkompetenz waren zweifellos das Herzstück des Geschäfts und der Grund, warum viele Kunden trotz einiger Mängel immer wieder kamen.

Die unternehmerischen Stolpersteine

Trotz des Lobs für das Handwerkliche gab es von Anfang an zwei gravierende Probleme, die selbst von den zufriedensten Kunden angesprochen wurden und letztlich zum Scheitern beigetragen haben dürften: die Lage und die Preisgestaltung.

Ein verstecktes Juwel – zu gut versteckt

Ein wiederkehrender Kritikpunkt war die ungünstige Lage des Salons innerhalb des Terminals. Mehrere Kunden beschrieben ihn als "in der hintersten Ecke versteckt". Anstatt prominent in der Haupteinkaufspassage platziert zu sein, wo Laufkundschaft auf das Angebot aufmerksam geworden wäre, befand sich die hairport Lounge abseits der primären Besucherströme. Eine Kundin merkte an, dass nur "Insider" den Weg dorthin fänden und wunderte sich über die fehlende Werbung auf dem Flughafengelände. Für ein Dienstleistungsgeschäft an einem so belebten Ort wie einem Flughafen, das stark von spontanen Besuchen abhängig ist, ist eine mangelnde Sichtbarkeit fatal. Die beste Frisur nützt wenig, wenn potenzielle Kunden den Friseursalon gar nicht erst finden.

Die Preisfrage: Luxusdienstleistung oder Wucher?

Der wohl schwerwiegendste Kritikpunkt, der das Image der hairport Lounge nachhaltig beschädigte, war die Preispolitik. Während hohe Preise an einem Flughafen bis zu einem gewissen Grad erwartet werden, schildert eine besonders detaillierte negative Bewertung ein extremes Beispiel. Ein Kunde berichtete von einer Rechnung über 300 Euro für das Schneiden der Spitzen und einige Strähnchen. Jede einzelne Folie sei mit über 4 Euro berechnet worden. Dieser Preis wurde als "völlig überteuert" und an der Grenze zur "Abzocke" empfunden. Noch problematischer war der Vorwurf, dass die Preise vor der Behandlung nicht transparent kommuniziert wurden. Auf Nachfrage sei "um den heißen Brei herumgeredet" worden, was am Ende zu einer bösen Überraschung an der Kasse führte. Eine solche Erfahrung spricht sich schnell herum und kann, selbst wenn es sich um einen Einzelfall handelt, den Ruf eines Unternehmens schwer beschädigen. Es entsteht der Eindruck, dass die Lage am Flughafen ausgenutzt wird, um überzogene Preise zu verlangen. Dieser Vorwurf steht im krassen Gegensatz zur handwerklichen Qualität, die von anderen Kunden so gelobt wurde.

Angebotene Dienstleistungen im Rückblick

Basierend auf den Rückmeldungen lässt sich das Dienstleistungsportfolio der hairport Lounge rekonstruieren. Es umfasste klassische Friseurleistungen für Damen und Herren auf hohem Niveau.

  • Haarschnitt und Styling: Vom einfachen Spitzenschneiden bis hin zu aufwendigen Föhnfrisuren wurde alles angeboten, was man von einem modernen Salon erwartet.
  • Farbtechniken: Die Erwähnung von Strähnchen lässt darauf schließen, dass auch komplexere Techniken wie Balayage oder komplette Colorationen zum Repertoire gehörten. Die Verwendung hochwertiger Produkte war hierbei ein klares Verkaufsargument.
  • Haarpflege und Beratung: Die positive Erfahrung eines Kunden mit Kérastase-Produkten zeigt, dass eine individuelle Beratung ein zentraler Bestandteil des Service war.
  • Mögliche Zusatzleistungen: Obwohl nicht explizit erwähnt, ist es denkbar, dass ein auf Reisende ausgerichteter Salon auch Express-Services oder sogar Dienstleistungen eines Barbier, wie Bartpflege, angeboten haben könnte, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen.

Fazit: Ein gescheitertes Konzept trotz hoher Qualität

Die Geschichte der hairport Lounge am Flughafen BER ist ein Lehrstück darüber, dass exzellentes Handwerk allein nicht ausreicht, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Auf der einen Seite stand ein hochqualifiziertes und beliebtes Team, das mit erstklassigen Produkten arbeitete und Kunden begeisterte. Auf der anderen Seite standen fundamentale unternehmerische Mängel: eine versteckte, kaum sichtbare Lage, die zu wenig Laufkundschaft generierte, und eine Preispolitik, die zumindest in Teilen als intransparent und überzogen wahrgenommen wurde. Diese Kombination aus schlechter Lage und zweifelhaftem Preis-Leistungs-Verhältnis war wahrscheinlich eine zu schwere Bürde. Für Reisende am BER bleibt die hairport Lounge eine Erinnerung an eine gute Idee, deren Umsetzung letztlich an den harten Realitäten des Marktes gescheitert ist.

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