Freibadverein Laßbruch e. V.
ZurückDas Freibad in Laßbruch, betrieben vom engagierten Freibadverein Laßbruch e. V., war über Jahrzehnte ein zentraler Anlaufpunkt für Erholung und sommerliche Freude im Extertal. Doch die Tore dieses traditionsreichen Bades sind inzwischen dauerhaft geschlossen – ein Schicksal, das viele von bürgerschaftlichem Engagement getragene Einrichtungen trifft und eine spürbare Lücke in der lokalen Gemeinschaft hinterlässt. Die Geschichte des Bades, seine Stärken und die letztendlichen Herausforderungen zeichnen ein komplexes Bild einer Institution, die mehr war als nur ein Ort zum Schwimmen.
Ein Rückblick auf ein Idyll mit Tradition
Die Anfänge des Freibads reichen bis in die 1930er Jahre zurück, was es zu einem Ort mit einer tief verwurzelten Geschichte machte. Seine idyllische Lage, eingebettet in die Natur des Extertals, wurde von Besuchern stets geschätzt und bot eine malerische Kulisse für unzählige Sommertage. Betrieben wurde das Schwimmbad von einem Verein, dessen Mitglieder sich mit viel Herzblut um die Pflege der Anlage kümmerten. Dieses ehrenamtliche Engagement war der Motor, der das Bad über viele Jahre am Laufen hielt und ihm eine persönliche, fast familiäre Atmosphäre verlieh. Besucher lobten immer wieder die gepflegte Anlage, die große Liegewiese mit alten Bäumen, die an heißen Tagen Schatten spendeten, und die allgemeine Sauberkeit.
Das Angebot war klassisch und bei allen Altersgruppen beliebt:
- Ein Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken für den allgemeinen Badespaß.
- Ein separates Becken für die Kleinsten, das sicheren Planschvergnügen garantierte.
- Sprungbretter aus 1 und 3 Metern Höhe, die besonders bei Kindern und Jugendlichen für Nervenkitzel sorgten.
- Ein Kiosk, der für die nötige Stärkung zwischen den Schwimmeinheiten sorgte.
Darüber hinaus war das Bad auch ein sozialer Treffpunkt. Es fanden dort sogar Freiluftgottesdienste statt, was seine Bedeutung als integraler Bestandteil des Dorflebens unterstreicht. Für viele Familien aus der Region war es das primäre Ziel für einen gelungenen Familienausflug im Sommer.
Die zwei Seiten der Medaille: Strenge Regeln und ehrenamtlicher Druck
Ein zentrales Thema, das in den Erfahrungen ehemaliger Besucher immer wieder auftaucht, ist die Hausordnung und deren Durchsetzung durch das Personal, insbesondere den Schwimmmeister. Hier gehen die Meinungen stark auseinander und offenbaren die typischen Spannungsfelder eines öffentlichen Bades. Auf der einen Seite steht die Perspektive von Gästen, die sich über einen als übermäßig streng und laut empfundenen Umgangston beschwerten. Ein besonders prägnantes Beispiel ist das strikte Fotografierverbot, das selbst für Bilder der eigenen Kinder galt. Eine Besucherin berichtete von einer demütigenden Erfahrung, als sie vor allen anderen Gästen zurechtgewiesen wurde, ohne dass zuvor sichtbare Schilder auf diese Regel hingewiesen hätten. Solche Erlebnisse führten verständlicherweise zu Frustration und der Entscheidung, das Bad zukünftig zu meiden.
Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die genau diese Strenge als notwendige Maßnahme für die Sicherheit im Schwimmbad verteidigten. Ein Bademeister trägt eine enorme Verantwortung, und ein konsequentes Eingreifen bei Regelverstößen dient dem Schutz aller Badegäste. Gerade in Zeiten der DSGVO und des Rechts am eigenen Bild ist ein generelles Fotografierverbot in öffentlichen Bädern eine nachvollziehbare, wenn auch unpopuläre Entscheidung, um die Privatsphäre, insbesondere von Kindern, zu schützen. Aus dieser Sicht war das resolute Auftreten des Personals ein Garant für Ordnung und Sicherheit. Diese Kontroverse zeigt, wie schmal der Grat zwischen notwendiger Autorität und als unangemessen empfundener Strenge sein kann, besonders wenn der Betrieb auf den Schultern weniger, oft ehrenamtlicher, Verantwortlicher lastet.
Organisatorische Hürden und das unvermeidliche Ende
Neben den internen Debatten über die Hausordnung kämpfte der Freibadverein Laßbruch e. V. mit handfesten organisatorischen und finanziellen Problemen. Ein Kritikpunkt, der von Besuchern genannt wurde, waren die eingeschränkten Öffnungszeiten, da das Bad oft erst am Mittag öffnete. Dies war vermutlich eine direkte Folge des Personalmangels – eine Herausforderung, mit der viele ehrenamtlich geführte Vereine konfrontiert sind. Es ist schwierig, einen Ganztagsbetrieb allein mit Freiwilligen und einer begrenzten Anzahl an festangestelltem Personal zu gewährleisten.
Letztendlich waren es jedoch die steigenden Betriebskosten, insbesondere für Energie und Instandhaltung, die in Verbindung mit dem Mangel an nachrückenden ehrenamtlichen Helfern das Schicksal des Freibads besiegelten. Die Entscheidung, das Bad dauerhaft zu schließen, war für den Verein und die Gemeinschaft schmerzhaft, aber unvermeidlich. Sie spiegelt einen traurigen Trend wider, bei dem lokale Infrastruktur, die für die Lebensqualität und den sozialen Zusammenhalt von unschätzbarem Wert ist, dem Kostendruck weichen muss.
Ein Fazit über ein verlorenes Stück Heimat
Das Freibad Laßbruch war ein Ort, der für Generationen von Menschen im Extertal für Abkühlung, Sport und Gemeinschaft stand. Es war ein Paradebeispiel für Bürgerengagement, das zeigte, was eine Gemeinschaft auf die Beine stellen kann. Gleichzeitig ist seine Geschichte eine Lehre über die Fragilität solcher Projekte in der heutigen Zeit. Die Erinnerungen an sonnige Tage, an das Lachen der Kinder am Sprungturm und an die ruhigen Momente auf der Liegewiese bleiben. Was ebenfalls bleibt, ist die Erkenntnis, dass solche Orte ohne nachhaltige finanzielle Unterstützung und eine stetige Bereitschaft zum Ehrenamt kaum überlebensfähig sind. Der Verlust des Freibads Laßbruch ist mehr als nur die Schließung eines Schwimmbeckens; es ist der Verlust eines sozialen Herzstücks der Region.