HairExpress Friseur Kaufland Rathenow
ZurückDer Name „HairExpress“ im Kaufland Rathenow suggerierte ein klares Versprechen: einen schnellen, unkomplizierten Friseurbesuch, ideal für den spontanen Entschluss während des Wocheneinkaufs. Die Marke HairExpress, die zur Klier Hair Group gehört, positioniert sich deutschlandweit mit dem Konzept des Haarschnitts ohne Termin. Doch die Realität in der Filiale in der Milower Landstraße 6a zeichnete, basierend auf den Erfahrungen zahlreicher Kunden, ein gänzlich anderes Bild. Heute steht fest: Der Salon ist dauerhaft geschlossen. Dieser Artikel analysiert die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit und beleuchtet die möglichen Gründe für das Scheitern dieses einst vielversprechenden Konzepts in Rathenow.
Das Konzept: Convenience und Spontanität
Die Idee hinter HairExpress war für viele Kunden zunächst äußerst attraktiv. In einer Zeit voller Termine und Verpflichtungen bot die Möglichkeit, ohne Voranmeldung einen professionellen Friseursalon aufzusuchen, einen erheblichen Mehrwert. Besonders für Standarddienstleistungen wie einen einfachen Herrenhaarschnitt, das Nachschneiden der Spitzen für Damen oder einen schnellen Schnitt für Kinder schien das Modell perfekt. Die Lage direkt im Kaufland verstärkte diesen Vorteil, da sich der Friseurbesuch nahtlos in die alltäglichen Besorgungen integrieren ließ. Anfängliche Berichte von Kunden bestätigen, dass dieses System zeitweise funktionierte. Eine Kundin berichtete, ihre Mutter sei anfangs eine begeisterte Besucherin gewesen, da sie schnell bedient wurde und der Service stimmte. Genau das, was man von einem „Express“-Dienstleister erwartet.
Der Wendepunkt: Als der „Express“ zum Stillstand kam
Leider währte die Zufriedenheit nicht lange. Über die Zeit häuften sich Berichte, die ein systematisches Versagen im Kundenservice und in der Einhaltung des eigenen Markenversprechens offenbarten. Das Kernproblem, das sich wie ein roter Faden durch die negativen Bewertungen zieht, war die mangelnde Bereitschaft des Personals, Kunden zu bedienen, obwohl der Salon leer stand.
Die wiederholte Abweisung von Kunden
Mehrere ehemalige Kunden schildern frustrierende Erlebnisse. Eine wiederkehrende Situation war, dass potenzielle Kunden den Laden betraten und mit der Aussage „heute habe ich keine Zeit mehr“ oder „wir sind ausgebucht“ abgewiesen wurden – selbst wenn keine anderen Kunden im Salon waren. Dieses Verhalten steht in direktem Widerspruch zum Konzept eines Salons, der explizit mit Spontanität und Service ohne Termin wirbt. Es erweckte bei den Betroffenen den Eindruck von Arbeitsunlust und mangelndem Respekt. Besonders ärgerlich war dies für Kunden, die nur einen simplen Haarschnitt wünschten und sahen, dass die Kapazitäten offensichtlich vorhanden waren.
Die Farce mit den Terminen
In einigen Fällen wurde die paradoxe Situation noch absurder. Ein Kunde berichtet, er sei an einem Montag abgewiesen worden mit der Begründung, man arbeite nur nach Termin. Als er daraufhin versuchte, online einen Termin zu buchen, stellte er fest, dass überhaupt keine Termine verfügbar waren. Dies untergräbt nicht nur das „Express“-Modell, sondern auch jegliche Alternative, den Friseur zu besuchen. Es hinterlässt den Kunden ratlos und verärgert und stellt die Seriosität des gesamten Betriebs infrage.
Ein Tiefpunkt im Kundenservice: Der Fall der wartenden Kunden
Eine besonders drastische Schilderung stammt von einem Kunden, der eine beispiellose Ignoranz erlebte. An der Tür hing ein Schild mit der Aufschrift „bin gleich wieder da“. Er wartete, während er die Mitarbeiterinnen vor der Tür beim Rauchen beobachtete. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, als die Angestellten eine Zigarette nach der anderen rauchten und ihn bewusst ignorierten. Nach 15 Minuten und drei Zigaretten sprach er die Damen höflich an, um sich nach einer bestimmten Haarfarbe zu erkundigen. Die Antwort war ein knappes „ja, haben wir, ich komme gleich“, gefolgt vom Anzünden der vierten Zigarette. Nach weiteren zehn Minuten Wartezeit – mittlerweile hatten sich zwei weitere Kunden eingefunden – kam die Mitarbeiterin schließlich, nur um ihm mitzuteilen, dass die gewünschte Farbe doch nicht vorrätig sei. Insgesamt wurde der Kunde rund 30 Minuten wissentlich hingehalten. Ein solches Verhalten ist für jedes Dienstleistungsgewerbe, insbesondere für einen Damenfriseur oder Herrenfriseur, der auf Laufkundschaft angewiesen ist, katastrophal.
Unzuverlässigkeit als Geschäftsmodell?
Neben dem mangelhaften Service vor Ort kam ein weiteres schwerwiegendes Problem hinzu: die Unzuverlässigkeit der Öffnungszeiten. Ein potenzieller Kunde stand an zwei aufeinanderfolgenden Tagen vor verschlossenen Türen, obwohl der Salon laut den Angaben im Internet und an der Tür selbst geöffnet sein sollte. Es gab keinen Hinweis, keine Erklärung – nur verschlossene Türen. Für Kunden, die extra für einen Friseurbesuch anreisen, ist dies nicht nur eine Unannehmlichkeit, sondern ein Grund, diesen Salon und potenziell die gesamte Marke zukünftig zu meiden. Ob es um einen aufwendigen neuen Look mit Strähnchen oder Balayage geht oder nur um einen einfachen Bartschnitt in einem Barbershop – die Grundlage ist immer die Verlässlichkeit des Anbieters.
Das unvermeidliche Ende: Dauerhaft geschlossen
Die Summe dieser negativen Erfahrungen führte unweigerlich zum Verlust von Stammkunden und zur Abschreckung neuer Interessenten. Eine Kundin, die früher immer zufrieden war, zog nach einer brüsken Abweisung die Konsequenz: „Jetzt haben sie auf jeden Fall einen weniger.“ Diese Aussage steht symbolisch für den Niedergang der Filiale. Ein Geschäftsmodell, das auf einem hohen Durchlauf von zufriedenen Kunden basiert, kann nicht überleben, wenn der Servicegedanke vollständig verloren geht.
Was bleibt, ist eine Lektion
Der Fall des HairExpress im Kaufland Rathenow ist ein Lehrstück darüber, wie wichtig die Umsetzung eines Konzepts ist. Eine gute Idee und eine erstklassige Lage sind wertlos, wenn die grundlegendsten Prinzipien des Kundenservice missachtet werden. Für die Menschen in Rathenow, die nun nach einem neuen günstigen Friseur oder einem zuverlässigen Friseursalon suchen, ist die Schließung zwar das Ende einer Option, aber auch die Bestätigung, dass schlechter Service langfristig nicht toleriert wird. Die zahlreichen negativen Bewertungen waren nicht nur einzelne Meinungen, sondern ein klares Signal, das die endgültige Schließung des Geschäfts besiegelte.